{"id":1910,"date":"2015-01-04T13:53:39","date_gmt":"2015-01-04T12:53:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feuerwehr-ingersheim.de\/?page_id=1910"},"modified":"2015-01-04T13:54:29","modified_gmt":"2015-01-04T12:54:29","slug":"chronik-feuerwehr-kleiningersheim","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.feuerwehr-ingersheim.de\/?page_id=1910","title":{"rendered":"Die Feuerwehr in Kleiningersheim"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\"><em>Die Anf\u00e4nge der Feuerwehr in Ingersheim &#8211; \u201e14 B\u00fcrger theils ledig theils verheiratet\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Pflichtfeuerwehr<\/strong><br \/>\nAls Gr\u00fcndungsdatum der Feuerwehr in Kleiningersheim gilt der 14.1.1863. An diesem Tag stellte der Gemeinderat in Kleiningersheim\u00a0 fest, dass sich \u201e14 B\u00fcrger theils\u00a0ledig theils verheiratet\u201c freiwillig gemeldet h\u00e4tten, eine L\u00f6schmannschaft zu bilden. Aus\u00a0diesen Freiwilligen und aus der B\u00fcrgerschaft bestimmte der Gemeinderat eine L\u00f6schmannschaft von 10 Mann und 5 Ersatzm\u00e4nnern und genehmigte die Beschaffung von 4 B\u00fctten zur Brandbek\u00e4mpfung.<\/p>\n<p>Diese Pflichtfeuerwehr sollte nun 60 Jahre bestehen, bevor sie in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt wurde. Aus dieser\u00a0Zeit gibt es noch kein feuerwehreigenes\u00a0Protokoll, der Chronist ist auf Dokumente der Gemeindeverwaltung angewiesen. Die Ausr\u00fcstung muss anfangs noch sehr einfach gewesen sein: B\u00fctten, Schapfen, Eimer. Erst ab 1902 erhielt Kleiningersheim eine zentrale Wasserversorgung, wodurch die Brandbek\u00e4mpfung einfacher wurde. In diesem Jahr beschloss der Gemeinderat auch die Beschaffung von \u201e2 Hydrantenwagen mit den erforderlichen Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden\u201c sowie \u201e16 Gurten 8 cm breit, 6 Seile [\u2026], 8 Laternen, [\u2026] 16 Armb\u00e4nder\u201c. (Gemeindratsprotokoll vom 27. Juli 1902 \u2013 wo dies f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis erforderlich ist, sind bei Zitaten Rechtschreibung und Zeichensetzung \u00fcberarbeitet).<\/p>\n<p>Auch in den folgenden Jahren litt die Feuerwehr unter der Finanznot der Gemeinde. Im Jahr 1924 \u2013 dem Jahr nach der W\u00e4hrungsreform \u2013 musste der Kommandant beispielsweise eine zuvor eingestellte Entsch\u00e4digung f\u00fcr Feuerwehrangeh\u00f6rige beim Gemeinderat einfordern. Dieser genehmigte dann eine \u00dcbungsentsch\u00e4digung f\u00fcr \u201ea)<br \/>\nKommandant je 1 M, b) Stellvertreter je 75 Pf., c) Zugf\u00fchrer und Hornisten je 50 Pf., d) Mannschaften je 25 Pf.\u201c (Gemeinderatsprotokoll vom 3.4.1924) Im selben Jahr f\u00fchrte der Gemeinderat auch eine Feuerwehrabgabe in H\u00f6he von 20 M (Mark) ein, die Feuerwehrpflichtige zahlen mussten, die aus besonderen Gr\u00fcnden von der Feuerwehrdienstpflicht entbunden werden wollten. Die Ausstattung der Feuerwehr wurde auch weiterhin nur z\u00f6gerlich erg\u00e4nzt, wie Ausz\u00fcge aus Gemeindratsprotokollen zeigen. Auf den Antrag, den Wasserkasten der Feuerspritze mit Blech zu beschlagen, beschloss der Gemeindrat \u201emit der Ausf\u00fchrung noch einige Zeit zuzuwarten, da diese Spritze nur ganz selten in Anwendung gebracht werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Erst ab 1927 erhielt die Feuerwehr schrittweise eine einheitliche Dienstkleidung, die aus Mannschaftsr\u00f6cken (Dienstjacken) bestand und \u201eaus R\u00fccksicht auf die finanzielle Lage der Gemeinde\u201c zuerst nur f\u00fcr einen Zug beschafft wurde. Der Beschaffung von Feuerwehrhelmen (von der Gemeinde Pleidelsheim) konnte nur zugestimmt werden, da ein B\u00fcrger mit einer Spende von 100 M einen Gro\u00dfteil der Beschaffungskosten \u00fcbernahm: \u201eHerr Friedrich N\u00e4gele, Privatier hier, hat in dankenswerter Weise zur Anschaffung der Helme 100 M zur Verf\u00fcgung gestellt, so dass es die Gemeinde noch mit 57 M 50 Pf. trifft.\u201c (Gemeindratsprotokoll vom 25.5.1928)<\/p>\n<p><strong>Die Freiwillige Feuerwehr<\/strong><br \/>\nAm 1. April 1933 wurde die Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Bei der folgenden Hauptversammlung w\u00e4hlten die Mitglieder den bisherigen Leiter der Feuerwehr, Wilhelm Binder, zum Kommandanten und Karl Leibbrandt jun. zu dessen Stellvertreter. Wie in kleinen Gemeinden \u00fcblich, hatte die Feuerwehr lange Zeit zwar viele Mitglieder, jedoch nur eine bescheidene Ausr\u00fcstung. Diese bestand nun aus einer Handdruckspritze und einigen Hydrantenwagen.<\/p>\n<p>1936 weihte die Gemeinde einen neuen Feuerweiher (L\u00f6schwasserteich) ein, der die L\u00f6schwasserversorgung deutlich verbesserte. Dieser bestand bis Anfang der f\u00fcnfziger Jahre, als an derselben Stelle<br \/>\nzusammen mit einem Omnibusschuppen ein Ger\u00e4tehaus f\u00fcr die Feuerwehr gebaut wurde, welches die Feuerwehr 1951 bezog. Vor dem Ger\u00e4tehaus, sowie in der Hessigheimer Stra\u00dfe waren unterirdische L\u00f6schwasserbeh\u00e4lter eingerichtet worden, da die Wasserversorgung im Ort immer noch sehr bescheiden war. Die Wasserversorgung, vor allem aber der Wasserdruck in Kleiningersheim verbesserten sich erst mit dem Bau des Hochbeh\u00e4lters Weiden im Jahr 1964.<\/p>\n<p>In der Zeit vor und w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs \u00e4nderte sich nach und nach der \u00dcbungsplan. Die Protokolle zeigen, dass schon Jahre vor Kriegsbeginn die Bev\u00f6lkerung auf kriegerische Auseinandersetzungen<br \/>\nvorbereitet wurde. Bei der Feuerwehr wurden z. B. BDM-M\u00e4dchen (Bund Deutscher M\u00e4dchen = nationalsozialistische Jugendorganisation f\u00fcr M\u00e4dchen) f\u00fcr den Feuerwehrdienst ausgebildet. 1936 wurde per Erlass die Freiwillige Feuerwehr der Feuerschutzpolizei zugeordnet und verlor damit ihren Status als B\u00fcrger-Feuerwehr. Zu den bisher<br \/>\n\u00fcblichen \u00dcbungen traten Schau\u00fcbungen am \u201eTag der deutschen Polizei\u201c, Luftschutz\u00fcbungen, Hilfsaktionen f\u00fcr Kriegsteilnehmer, wie das gemeinsame Weinberghacken. Immer mehr Feuerwehrleute wurden zum Kriegsdienst<br \/>\neingezogen. 1942 wurden Jugendliche zum Feuerwehrdienst herangezogen.<\/p>\n<p>Am 16.12.1944 musste die Feuerwehr zur Brandbek\u00e4mpfung mit der Handdruckspritze nach Gro\u00dfingersheim ausr\u00fccken, um dort die L\u00f6scharbeiten nach einem verheerenden Fliegerangriff zu unterst\u00fctzen. Der Kommandant vermerkt in seinem Rapportbuch lakonisch: \u201eBrandbek\u00e4mpfung mit Handdruckspritze in Gro\u00dfingersheim nach Fliegerangriff.\u201c Wie allt\u00e4glich die Schrecken des Krieges bereits geworden waren, l\u00e4sst sich auch im Rapportbuch des Kommandanten nachlesen. Allein 1944\u00a0sind dort 55 Fliegeralarme vermerkt.<\/p>\n<p><strong>Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg <\/strong><\/p>\n<p>1945 konnten die Feuerwehren in den\u00a0Beatzungszonen schnell wieder ihre Arbeit aufnehmen. In Kleiningersheim wurde bereits knapp zwei Monate nach Kriegsende die Feuerwehr neu aufgestellt, in zwei Abteilungen aufgeteilt, wobei anfangs noch \u00e4ltere M\u00e4nner zum Dienst verpflichtet wurden, da die j\u00fcngeren erst in den folgenden Jahren nach und nach aus der Kriegsgefangenschaft zur\u00fcckkehren sollten. 1946 trat Wilhelm Binder altershalber als Kommandant zur\u00fcck, wurde aber nochmals f\u00fcr ein weiteres Jahr verpflichtet, da zuerst kein Nachfolger gefunden werden konnte. In dieser Zeit konnte er noch mit seiner Wehr eine Motorspritze (TS 8) in Betrieb nehmen, die erste motorisierte Tragkraftspritze seit Gr\u00fcndung der Feuerwehr. Fritz Leibbrandt wurde 1947 das Amt des Wehrf\u00fchrers kommissarisch \u00fcbertragen, 1948 folgte seine Wahl zum Kommandanten. In diesem Jahr\u00a0 hatte die Feuerwehr eine ungew\u00f6hnliche Aufgabe zu erf\u00fcllen. Nach der W\u00e4hrungsreform und der Einf\u00fchrung der D-Mark erhielt jeder B\u00fcrger ein \u201eKopfgeld\u201c ausgezahlt. Das Protokoll vermerkt: \u201eAm 20.6.48 stellte die Feuerwehr zur Kopfgeldauszahlung eine Wache vor dem Rathaus! Der Tag verlief ohne Zwischenf\u00e4lle.\u201c<\/p>\n<p>1951 konnte die Feuerwehr einen neuen Ger\u00e4teraum beziehen. Am Ort des fr\u00fcheren Feuerweihers war eine Halle errichtet worden, die zur H\u00e4lfte der Feuerwehr als Ger\u00e4tehaus diente. Die andere H\u00e4lfte wurde als Garage f\u00fcr das \u201ePostauto\u201c, den Linienbus, genutzt. Das Protokoll vermerkt: \u201eHeute nun ging der lang ersehnte Wunsch der Wehr in Erf\u00fcllung, der Umzug in den neuen Ger\u00e4teraum. Endlich haben wir einen f\u00fcr unsere<br \/>\nGer\u00e4te abgeschlossenen Raum und k\u00f6nnen unsere Ger\u00e4te in Ordnung halten.\u201c 1954 wurde Emil Veigel zuerst kommissarischer, dann gew\u00e4hlter Kommandant. Langsam aber stetig wuchs auch die Ausr\u00fcstung der Feuerwehr in Kleiningersheim, 1959 wurde ein Schlauchanh\u00e4nger angeschafft, mit dem 400 m B-Schlauch verlegt werden konnten. Damit war es leichter m\u00f6glich, Wasser aus den zwei L\u00f6schwasserbeh\u00e4ltern im Ort zum Einsatzort zu leiten.<\/p>\n<p>1963, anl\u00e4sslich des 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums, erhielt die Wehr einen Tragkraftspritzenanh\u00e4nger mit neuer TS 8. Damit schien die Wehr f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte ger\u00fcstet, jedoch wurde der TSA bereits 1969 durch ein LF 8 ersetzt, wodurch die Kleiningersheimer Wehr einen den Nachbarwehren vergleichbaren Ausr\u00fcstungsstand erreichte. 1964 wurde Helmut R\u00f6rich neuer Kommandant. Er leitete die Kleiningersheimer Wehr bis zum Zusammenschluss 1972.<\/p>\n<p>Einer der ungew\u00f6hnlichen Eins\u00e4tze in dieser Zeit liest sich im Protokoll so: \u201eAm 5.4. sank im Neckar das Motorschiff Berolina. Um ein weiteres Absinken zu vermeiden, wurde die TS 8 eingesetzt und laufend die vorderen Schotten leergepumpt.\u201c (Protokoll vom 5.4.67).<\/p>\n<p>Am 29.1.1972 trafen sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kleiningersheim zu ihrer letzten Generalversammlung. Im Protokoll dieser denkw\u00fcrdigen Sitzung ist\u00a0zu lesen: \u201eDer Kdt. zeigt auf, dass hiermit die Geschichte der selbst\u00e4ndigen Wehr Kleiningersheim zu Ende geht und \u00e4u\u00dfert den Wunsch, dass in der neuen Wehr \u2013 in der neuen Gemeinschaft \u2013 alles so funktioniert wie zuvor, und dass die neue Kameradschaft genauso gut sein wird wie die alte.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anf\u00e4nge der Feuerwehr in Ingersheim &#8211; \u201e14 B\u00fcrger theils ledig theils verheiratet\u201c Die Pflichtfeuerwehr Als Gr\u00fcndungsdatum der Feuerwehr in Kleiningersheim gilt der 14.1.1863. 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