{"id":5958,"date":"2015-01-04T14:06:14","date_gmt":"2015-01-04T13:06:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feuerwehr-ingersheim.de\/?page_id=5958"},"modified":"2015-01-04T14:06:14","modified_gmt":"2015-01-04T13:06:14","slug":"die-feuerwehr-in-grossingersheim","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.feuerwehr-ingersheim.de\/?page_id=5958","title":{"rendered":"Die Feuerwehr in Gro\u00dfingersheim"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\"><em>\u201eBlose Zuschauer bei einem Brande, sie m\u00f6gen seyn, wer sie wollen, werden nicht geduldet, sondern zur Arbeit angehalten\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Brandschutz vor Gr\u00fcndung der Feuerwehr<\/strong><\/p>\n<p>Schon die R\u00f6mer erstellten L\u00f6schordnungen, um Br\u00e4nden in ihren St\u00e4dten gezielt begegnen zu k\u00f6nnen. Solche Regelwerke finden sich seit dem Mittelalter auch in deutschen St\u00e4dten und Gemeinden. Sie betonen die gemeinsame Verantwortung aller B\u00fcrger f\u00fcr das Wohl ihrer Mitmenschen und deren Eigentum. Die Local-Feuerl\u00f6schordnung der Gemeinde Gro\u00dfingersheim von 1831 war ein solches Regelwerk, hier ein Auszug (Abschrift):<\/p>\n<p>\u201eDie Kuefer und Kuebler muessen mit ihren kleineren Zuebern, die Baecker mit ihren Goelten, Gerber und Fischer mit Ihren Wasserstiefeln und Schapfen auf dem Brandplatz alsbald erscheinen und in denselben Wasser herbeischaffen. Die Weiber in der Nachbarschaft von der Brandstaette sollen, wenn es im Winter brennt, sogleich hei\u00dfes Wasser machen und bereit halten, damit man durch die Anwendung desselben das Einfrieren der Spritzen verhueten kann.\u201c<br \/>\n\u201eBlose Zuschauer bei einem Brande, sie m\u00f6gen seyn, wer sie wollen, werden nicht geduldet, sondern zur Arbeit angehalten.\u201c Aufsicht meist durch Gemeinder\u00e4te, u.a. damit \u201eIndividuen von fremden L\u00f6schmannschaften, statt zu<br \/>\narbeiten, in den Wirthsh\u00e4usern nicht zechen k\u00f6nnen; [&#8230;]\u201c \u201eEhe eine Feuerrotte gearbeitet hat, darf ihr keine Erfrischung gereicht werden, [&#8230;]. Es darf hingegen nicht mehr als <del>ein Schoppen Wein oder 2 Schoppen Bier<\/del> per<br \/>\nMann abgegeben werden. (Gestrichenes wurde handschriftlich ersetzt durch: \u201eder gemeinder\u00e4thliche Beschlu\u00df gestattet.\u201c)<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfingersheim erh\u00e4lt eine Feuerwehr <\/strong><\/p>\n<p>Recht sp\u00e4t \u2013 im Jahr 1879 \u2013 wurde auch in Gro\u00dfingersheim eine Feuerwehr eingerichtet. Das Gemeinderatsprotokoll vermerkte am 12.10.1878: \u201eVom k. Oberamt Besigheim kommt der Auftrag Beschlu\u00df dar\u00fcber zu fassen, ob es nicht angezeigt w\u00e4re in Anbetracht der bedeutenden Obsterl\u00f6se eine Feuerwehr zu errichten. Erl\u00f6st wurde aus Obst 3000 M ziemlich mehr als in den Etat 1878\/79 aufgenommen wurde. Die Collegien beschlie\u00dfen: 1. obigem Ansinnen zu entsprechen, mit Errichtung einer Feuerwehr soll zugleich eine neue Fahrfeuerspritze angeschafft werden, es soll sich jedoch vorher erkundigt werden, welche Beitr\u00e4ge geleistet werden. 2. Da bei derartigen gr\u00f6\u00dferen Unternehmungen<br \/>\ndie Ausgaben bedeutend sind, an die k. Kreisregierung (unleserlich) da\u00df die 1877\/78 und 78\/79 zum Grundstock anzulegenden 1000 M hinzuverwendet werden d\u00fcrfen [&#8230;]\u201c<\/p>\n<p>Aus heutiger Sicht mutet die Begr\u00fcndung \u201ein Anbetracht der bedeutenden Obsterl\u00f6se\u201c seltsam an, im ausgehenden 19. Jahrhundert jedoch erzielte die Gemeinde tats\u00e4chlich einen bedeutenden Teil ihrer Einnahmen aus dem Verkauf von Mostobst.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcndung der Feuerwehr<\/strong><br \/>\nAm 26.1.1879 w\u00e4hlte der Gemeinderat\u00a0den ersten Kommandanten \u2013 Sonnenwirt R\u00f6sch und dessen Adjutanten<br \/>\n(Stellvertreter) Gottlieb Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Zwei Monate sp\u00e4ter wurden dem Gemeinderat die Kosten f\u00fcr eine Erstausstattung vorgestellt.<\/p>\n<p>Als erste Mannschaft wurden 56 Mann am 10.3.1879 verpflichtet. Da f\u00fcr die Pflichtfeuerwehr kein Protokollbuch bestand \u2013 Informationen sind nur den Gemeinderatsprotokollen und vereinzelten Verwaltungsratsprotokollen zu entnehmen, sind die Jahre bis zur Umwandlung in eine Freiwillige Feuerwehr<br \/>\nnur l\u00fcckenhaft dokumentiert: 1884 hatte die Feuerwehr bereits eine Mannschaftsst\u00e4rke von 66 Mann. 1904 feierte sie ihr 25-j\u00e4hriges Bestehen. Aus diesem Jahr stammt auch das erste Bild der Mannschaft.<\/p>\n<p>Im Jahr 1909 wurde die M\u00f6glichkeit der Befreiung von der Dienstpflicht geschaffen. Der Gemeinde standen zu viele Feuerwehrleute zur Verf\u00fcgung, weshalb feuerwehrdienstpflichtige M\u00e4nner sich gegen eine Abgabe von 3 \u2013 10 Mark (einkommensabh\u00e4ngig) befreien lassen konnten. Der \u00dcberschuss an \u201eManpower\u201c f\u00fchrte 1912 dazu, dass die Feuerwehrdienstpflicht auf das 40. Lebensjahr gesenkt wurde.<\/p>\n<p><strong> Freiwillige Feuerwehr<\/strong><\/p>\n<p>1922 wurde die Pflichtfeuerwehr in eine \u00a0Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Seit dieser Zeit werden Feuerwehrdienst und Kameradschaftspflege in einem eigenen Protokollbuch dokumentiert, das bis 1946 von Friedrich Eckert und anschlie\u00dfend bis zum Zusammenschluss von dessen Sohn Erich Eckert sehr pr\u00e4zise gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>1923 wurde Gottlob Ansel zum Kommandanten gew\u00e4hlt. Die Ausr\u00fcckgeb\u00fchren wurden auf 25 Mark, die Feuerwehrabgabe auf 500 Mark festgesetzt \u2013 ein Betrag der durch die Inflation im Krisenjahr 1923 zustande kam. Wie unsicher jene Zeit f\u00fcr die Menschen war, zeigt ein Protokollauszug von 1924 (Abschrift): \u201eDer Kassenbericht wurde auch erteilt, aber alles in Papiermark, was ja heute keinen Wert mehr hat, u. somit nichts mehr in der Kasse ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der Ausr\u00fcstung<\/strong><\/p>\n<p>Die 1879 beschaffte Spritze diente der Feuerwehr bis 1950. Eine mechanische Leiter erg\u00e4nzte seit 1928 die Ausr\u00fcstung, 1937 kam eine Motorspritze und 1950 eine TS 8 hinzu. Diese aus heutiger Sicht bescheidene Ausr\u00fcstung musste \u00fcber viele Jahre den Grundschutz gew\u00e4hrleisten<\/p>\n<p><strong>Die dunkle Zeit <\/strong><\/p>\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme im Jahr 1933 begannen die Nationalsozialisten ihren Einfluss auf alle Bereiche des Lebens in\u00a0 Deutschland auszudehnen. Die Feuerwehr verlor ihre Selbstst\u00e4ndigkeit und wurde der Feuerschutzpolizei unterstellt, aus der Einrichtung der Gemeinde entstand so ein Organ des Staates. Die Kriegsvorbereitung<br \/>\nwirkte sich zunehmend auf den Feuerwehralltag aus: Luftschutz\u00fcbungen, Ma\u00dfnahmen bei Bombenangriffen, Ausstattung der H\u00e4user mit Luftschutzeinrichtungen geh\u00f6rten nun zum Alltag. Feuerwehrleute wurden<br \/>\nzunehmend zur Wehrmacht eingezogen, und ab 1939 musste immer wieder der Tod im Krieg gefallener Kameraden beklagt werden.<\/p>\n<p>1944 erlebte Gro\u00dfingersheim sein schrecklichstes Kriegsjahr. Bei einem Bombenangriff am 16.12.1944 wurden 21 Menschen get\u00f6tet, darunter auch der langj\u00e4hrige Kommandant der Feuerwehr, Gottlob Ansel. Eine zerst\u00f6rte Hauptwasserleitung erschwerte die L\u00f6scharbeiten an den getroffenen Geb\u00e4uden. Trotzdem gelang es durch gemeinsame Anstrengung und die Unterst\u00fctzung durch die Nachbarwehr aus Kleiningersheim, sowie zahlreichen Helfern aus Pleidelsheim, viele Geb\u00e4ude zu retten. Augenzeugen berichten, dass Most und G\u00fclle das fehlende Wasser ersetzen mussten.<\/p>\n<p>F\u00fcr den verstorbenen Kommandanten \u00fcbernahm Friedrich Eckert kommissarisch die Leitung der Feuerwehr.<\/p>\n<p><strong>Neuanfang<\/strong><\/p>\n<p>1945 \u2013 nach Kriegsende \u2013 wurden die Feuerwehren wieder in Freiwillige Feuerwehren umgewandelt. In Gro\u00dfingersheim wurde 1946 Otto Reich Kommandant, gefolgt 1957 von Helmut Binder.<\/p>\n<p><strong>Moderne Gemeindefeuerwehr<\/strong><\/p>\n<p>1961 w\u00e4hlte die Feuerwehr Friedrich R\u00fchle zu ihrem Kommandanten, in dessen Dienstzeit sich die Wehr zu einer schlagkr\u00e4ftigen Feuerwehr mit modernem Ger\u00e4t weiterentwickelte. So erhielt die Wehr ein TSF Ford Transit (1963) und ein LF 8 Mercedes (1969), dazu, damit die Fahrzeuge\u00a0ordentlich untergebracht werden konnten,<br \/>\nbaute die Gemeinde 1969 mit tatkr\u00e4ftiger\u00a0 Unterst\u00fctzung durch die Feuerwehr ein Feuerwehrger\u00e4tehaus mit Platz f\u00fcr zwei Fahrzeuge, einem Unterrichtsraum und sanit\u00e4ren Einrichtungen in die alte Kelter ein.<\/p>\n<p>1972, nach dem Zusammenschluss von Gro\u00df- und Kleiningersheim zur Gemeinde\u00a0 Ingersheim, ging die Feuerwehr Gro\u00dfingersheim in der Feuerwehr Ingersheim auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBlose Zuschauer bei einem Brande, sie m\u00f6gen seyn, wer sie wollen, werden nicht geduldet, sondern zur Arbeit angehalten\u201c Brandschutz vor Gr\u00fcndung der Feuerwehr Schon die R\u00f6mer erstellten L\u00f6schordnungen, um Br\u00e4nden in ihren St\u00e4dten gezielt begegnen zu k\u00f6nnen. 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